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IN 5 SCHRITTEN ZUM EIGENEN BALKON-GARTEN

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In diesem Blogpost zeigen wir dir, wie du deinen ersten kleinen Balkongarten starten kannst. Welche Kräuter und Gemüsesorten besonders einfach sind – und natürlich gibt’s auch noch ein paar Hacks von uns.

Bis vor ein paar Jahren habe ich mich nicht wirklich mit dem Thema Gemüse-Anbau auf dem Balkon befasst. Mein damaliger war auch zu klein – und so hatte ich mich auf Kräuter beschränkt. Nun sieht es etwas anders aus. Ich habe unheimlich grosse Freude daran, jeden Frühling oder Sommer weitere Pflanzen und Gemüsesorten aufzuziehen, zu hegen und pflegen.

Auch dank Nadia’s Mami, die in meinen Augen die weltbeste Pflanzenkennerin mit sogar zwei grünen Daumen ist. Von ihr habe ich einiges über Mischkultur, den richtigen Umgang mit allfälligen Schädlingen – aber auch tolle und eher unbekannte Verwendungsmöglichkeiten für unsere Pflanzen gelernt.

Da Pflanzenkunde ein riesiges Feld ist, das wir an dieser Stelle so nicht abdecken können, beschränken wir uns auf 5 Schritte, mit denen du auch als Anfänger*in – selbst ohne grünen Daumen, bereits diesen Sommer deine frischen Kräuter und dein eigenes Gemüse ernten kannst. Und dabei erst noch einen schönen Balkon geniessen kannst – zum Beispiel mit unserem Pflanzen-Türmchen. Die Anleitung findest du im Video und weiter unten.

1 Ausgangslage:

Der erste Schritt ist eigentlich ganz einfach, nämlich eine Bestandesaufnahme:

  • Wieviel Platz hast du zur Verfügung? 
  • Bekommt dieser viel Sonne ab, oder ist er eher schattig?
  • Was möchtest du am liebsten pflanzen?
  • Und wieviel Zeit kannst oder willst du ins Gärtnern investieren?

2 Kleine Pflanzenkunde:

Diesen einfachen Grundsatz kann man sich gut merken: 

„GLEICH UND GLEICH GESELLT SICH GERN!“

So sollten z.B. ein- und mehrjährige Pflanzen nicht im selben Topf angepflanzt werden. Im Zweifelsfall also lieber mehrere kleine Töpfe einzeln bepflanzen. Dies hat auch gleich den Vorteil, dass du sie je nach Witterung auch ganz leicht an einen anderen Ort stellen kannst. 

Denn mediterrane Pflanzen wie Basilikum, Rosmarin, Tomaten etc. mögen es sonnig und warm. „Einheimische“ Pflanzen (Pfefferminze, Schnittlauch, Walderdbeeren) hingegen lieber halbschattig bis schattig – und nicht allzu feucht.

Ausserdem gibt es auch „gute“ und „schlechte“ Nachbarn: nicht alle Pflanzen vertragen sich gleich gut. Halt so wie bei uns Menschen. Eine gute Kombination kann den gegenseitigen Wuchs verstärken, die Ernte reicher ausfallen lassen – oder sich schlimmstenfalls gar verdrängen.

Diese kleine Übersicht könnte dir weiterhelfen:

Basilikum

Verträgt sich gut mit: Oregano, Petersilie, Rosmarin, Tomaten
Verträgt sich weniger gut mit: Pfefferminze, Thymian

Erdbeeren

Vertragen sich gut mit: Buschbohnen, Knoblauch, Radieschen, Salat, Schnittlauch
Vertragen sich weniger gut mit: Kohl

Karotten

Vertragen sich gut mit: Erbsen, Knoblauch, Radieschen, Salat, Schnittlauch, Tomaten
Vertragen sich weniger gut mit: Petersilie

Kartoffeln

Vertragen sich gut mit: dicken Bohnen, Spinat
Vertragen sich weniger gut mit: Gurken, Sellerie,Tomaten

Gurken

Vertragen sich gut mit: Bohnen, Dill, Erbsen, Fenchel, Salat
Vertragen sich weniger gut mit: Kartoffeln, Tomaten

Oregano

Verträgt sich gut mit: Basilikum, Bohnenkraut, Rosmarin, Salbei
Verträgt sich weniger gut mit: Majoran

Paprika

Verträgt sich gut mit: Karotten, Tomaten
Verträgt sich weniger gut mit: Erbsen

Pfefferminze

Verträgt sich gut mit: Kerbel, Schnittlauch
Verträgt sich weniger gut mit: Basilikum, Petersilie

Petersilie

Verträgt sich gut mit: Basilikum, Dill
Verträgt sich weniger gut mit: Lavendel, Koriander, Pfefferminze

Radieschen

Vertragen sich gut mit: Bohnen, Erbsen, Karotten, Salat
Vertragen sich weniger gut mit: Erdbeeren, Gurken, Kohl

Rosmarin

Verträgt sich gut mit: Basilikum, Lavendel, Oregano, Salbei, Thymian
Verträgt sich weniger gut mit: Schnittlauch, Petersilie

Salat

Verträgt sich gut mit: Erdbeeren, Karotten, Radieschen
Verträgt sich weniger gut mit: Petersilie

Salbei

Verträgt sich gut mit: Lavendel, Thymian, Rosmarin
Verträgt sich weniger gut mit: Basilikum

Schnittlauch

Verträgt sich gut mit: Dill, Tomaten
Verträgt sich weniger gut mit: Rosmarin

Thymian

Verträgt sich gut mit: Estragon, Rosmarin, Salbei
Verträgt sich weniger gut mit: Majoran

Tomaten

Vertragen sich gut mit: Basilikum, Knoblauch, Kohl, Kohlrabi, Petersilie
Vertragen sich weniger gut mit: Erbsen, Fenchel, Gurken, Kartoffeln

Zucchini

Vertragen sich gut mit: Erbsen, Stangenbohnen
Vertragen sich weniger gut mit: –

Falls du noch keine grosse Erfahrung mit Gärtnern hast, eignen sich Kräuter, Cherrytomaten (gleich im Topf kaufen), Walderdbeeren, Blumen, Radieschen, Knoblauch, Karotten und Salate sehr gut zum Starten. Denn sie sind pflegeleicht, recht anspruchslos – und damit eigentlich gelingsicher.

3 Planung:

Mit diesem nötigen Vorwissen kannst du nun dein Vorhaben in die Tat umsetzen. Was willst du pflanzen? Und wie möchtest du anbauen: mit Samen, Setzlingen oder bereits als Pflanze? 

Suche auch die passenden Töpfe oder Pflanzenkisten. Am besten solche, die am Boden mit einem Loch versehen sind. So kannst du Staunässe, was fast keine Pflanze mag, gut vermeiden. Und nicht vergessen: die Pflanzen wachsen noch in Höhe und Breite; plane dies also ein!

Bezüglich Erde gibt es eine riesige Auswahl im Handel. Wir verwenden meist Gemüse- oder Universalerde. Aber torffrei! Denn für den Torfabbau werden Moore – und somit wichtiger Lebensraum vernichtet.

4 Gestaltung (Pflanzen-Türmchen):

Falls du nicht viel Platz zur Verfügung hast, kannst du auch in die Höhe gärtnern („Vertical Gardening“). Du kannst Töpfe oder Tröge zum Beispiel am Balkongeländer anbringen, in Europaletten setzen oder wie wir: ein Pflanzentürmchen aus Tontöpfen gestalten.

Bereits im Gartencenter haben wir die entsprechenden Töpfe mal ineinander gestapelt – so konnten wir abschätzen, welche und wieviele wir genau brauchen: der grösste hat einen Durchmesser von 27cm, der kleinste 7cm.

Die später sichtbaren Tontöpfe haben wir mit Acrylfarbe in Anthrazyt bemalt – damit sie zu den bereits vorhanden Gefässen passen. 

Bevor du nun die Töpfe mit Erde füllst, empfehlen wir dir das Loch mit Kieselsteinen oder Tonscherben zu bedecken. So kann überschüssiges Wasser zwar immer noch abfliessen – spült aber keine Erde raus.

Und jetzt geht’s ans Stapeln: In den grössten Topf stellen wir umgedreht einen kleineren, darauf den zweitgrössten, etc.

Wenn das Türmchen am richtigen Ort steht, kannst du es bepflanzen – natürlich mit deinem nun vorhanden Pflanzenwissen!

Unser Türmchen

SO SIEHT UNSERE BEPFLANZUNG AUS, VON UNTEN NACH OBEN

  • Karotten und Knoblauch
  • Schnittlauch und Radieschen
  • Rucola
  • Walderdbeeren
  • Peterli

Zu guter Letzt solltest du gut alles gut wässern.

5 Pflegetipps- und Tricks:

GIESSEN:

Für die richtige Pflege brauchen deine Pflanzen etwas Aufmerksamkeit. Und natürlich regelmässig – und die richtige Menge – Wasser! Während kälterer Tage etwas weniger, dafür kann es im Hochsommer schon mal vorkommen, dass z.B. gerade Tomaten sogar zweimal täglich Durst haben.

SCHÄDLINGE:

Falls du Schädlinge entdecken solltest, musst du sie nicht mit der Chemiekeule zu bekämpfen. Brennnesseln und Knoblauch sind wunderbare, natürliche Helfer:

  • Du kannst eine oder mehrere Knoblauchzehen etwa 2cm tief in die Erde drücken. Hat auch den Vorteil, dass er keimen kann du später gleich noch das Zwiebelgemüse ernten kannst.
  • Brennnesseln kannst du 12h in Wasser einlegen, die Pflanzen danach mit diesem Sud besprayen. Falls du den strengen Geruch nicht willst, kannst du die Brennnesseln gleich so in den Topf legen. 

DÜNGER:

Auch chemischen Dünger kannst du wunderbar natürlich ersetzen: z.B. mit Kaffeesatz. Diesen kannst auf der Erdoberfläche verteilen und etwas untermischen. Ausgewaschene, getrocknete und zerbröselte Eierschalen sind ebenfalls gute Alternativen.

KÄLTE UND FROST:

Gerade in den Frühlingsmonaten kommt es öfters mal zu Bodenfrost. Davor solltest du empfindliche Pflanzen schützen. Du kannst die Töpfe über Nacht zum Beispiel ins Treppenhaus stellen – oder sie mit Zeitungspapier bedecken.

Dies also eine kleine Anleitung zum hoffentlich erfolgreichen Start deiner Gärtner*in Karriere. Lass uns doch gleich weiter zu diesem Thema austauschen; wir werden auf jeden Fall zeigen, wie es mit unserem Balkongarten weitergeht. Unter anderem auch auf Instagram.

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