Wenn es draussen klirrend kalt ist, darf in der Küche ruhig etwas schmelzen. Zum Beispiel feinste dunkle Schokolade. Denn wir backen heute eines der typischsten Schweizer Weihnachtsplätzchen – oder besser gesagt: Guezli. Basler Brunsli sind süss, schokoladig, nussig – und ein absoluter Klassiker.
Ein Teig, fast ohne Mehl. Ohne Butter. Dafür mit jeder Menge dunkler Schokolade. Und: kein langes Kühlen – aber dafür ein sorgfältiger Trockenschritt, der unsere Brunsli besonders macht. Dieses Rezept hier ist einfach, schnell und gelingsicher. Und es zeigt: auch ganz ohne viel Schnickschnack entstehen wunderbar saftige Plätzchen mit echtem Schoggigeschmack.
Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du sie perfekt hinbekommst – mit vielen Tipps für ein sauberes Auswallen, richtiges Antrocknen und genaues Backen. Damit du keine Brunsli backst, die verlaufen oder zu trocken werden. Sondern genau solche, wie wir sie lieben: aussen ganz leicht knusprig, innen schokoladig und weich.
Zutaten für ca. 2 Bleche Brunsli
- 100 g dunkle Schokolade (80–90% Kakaoanteil)
- 250 g gemahlene Mandeln
- 200 g Zucker
- 2 Eiweiss
- 2 EL Mehl
- ½–1 TL Zimt (nach Geschmack)
Schritt-für-Schritt zum perfekten Brunsli-Teig
Trockene Zutaten mischen
In einer grossen Schüssel Mandeln, Zucker, Mehl und Zimt gut vermengen.
Zimt: Wir mögen’s zimtig! Das ist aber Geschmackssache – du kannst auch weniger nehmen oder weglassen (im Originalrezept steht «eine Messerspitze»).Schokolade schmelzen
Schokolade in Stücke brechen, in eine Schüssel geben und über einem heissen Wasserbad langsam schmelzen lassen. Dabei immer mal umrühren – und lieber mit wenig Hitze arbeiten. Wenn die Schokolade fast flüssig ist, vom Wasserbad nehmen. Die Restwärme schmilzt den Rest.Eiweiss steif schlagen
Eiweiss in ein hohes Gefäss geben und mit dem Handmixer zu Eischnee schlagen. Es ist perfekt, wenn du das Gefäss umdrehen kannst, ohne dass etwas rausfällt.Alles vermengen
Eischnee vorsichtig unter die trockenen Zutaten ziehen, dann die geschmolzene Schokolade dazugiessen und alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.
Teig auswallen & ausstechen – klassisch oder mit Gefrierbeutel-Lifehack
Den Brunsli-Teig kannst du ohne Kühlzeit direkt auswallen und ausstechen. Klassisch wird der Teig auf etwas Zucker ausgewallt. Damit er nicht am Ausstecher klebt, kannst du diesen ebenfalls kurz in Zucker tunken – das gibt zusätzlich einen feinen Zuckerrand an den Plätzchen.
Diese Variante funktioniert, kann aber schnell klebrig werden – und ehrlich gesagt: Wir putzen nicht so gerne unnötig. Deshalb kommt hier unser bewährter Lifehackerin-Trick:
GEFRIERBEUTEL STATT ZUCKER!
- Nimm einen grossen Gefrierbeutel (z. B. 3-Liter-Beutel).
- Schneide ihn unten und an einer Seite mit der Schere oder einem scharfen Messer komplett auf, sodass du eine grosse, aufklappbare Folienfläche hast.
- Lege ein Stück Teig auf eine Hälfte der Folie, klappe die andere Hälfte darüber.
- Rolle den Teig nun direkt zwischen den beiden Folienhälften mit dem Nudelholz ca. 8 mm dick aus – sauber, schnell und ohne zu kleben.
→ TIPP: Falls du auch keine 8 mm Teighölzer hast: Wir legen zwei Hölzer mit 5 mm und 3 mm übereinander – funktioniert einwandfrei. → Praktische Teighölzer zum Auswallen findest du hier: https://amzlink.to/az0IlWrnIgR8d (Affiliate Link)
- Dann einfach die obere Folienhälfte abheben, mit beliebigen Ausstechern die Plätzchen ausstechen und diese vorsichtig und mit etwas Abstand aufs mit Backpapier belegte Blech setzen.
- Dazwischen die Ausstecher immer wieder in Zucker tunken. So klebt der Teig nicht an der Form und das Plätzchen erhält einen schönen Zuckerrand.
- Wenn sie etwas am Gefrierbeutel kleben: Mit einem Kuchenspachtel oder einer kleinen Palette anheben – so bleiben sie schön in Form.
→ Wichtig: Achte darauf, dass auf einem Blech nur etwa gleich grosse Plätzchen sind – so stimmt die Backzeit für alle.






Trocknen lassen!
Die Brunsli müssen vor dem Backen antrocknen, sonst verlaufen sie. Viele Rezepte empfehlen 5 h oder über Nacht. Wir lassen sie etwa 2–3 Stunden an der Luft antrocknen und stellen das Blech danach nochmals kurz kühl (balkon- oder kellerkalt), während der Ofen vorheizt.





Backen - heiss & kurz
Heize den Ofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vor. Ja, das ist sehr heiss – aber Brunsli werden nur ca. 4 Minuten gebacken. Bleib also unbedingt in der Nähe!
Nach dem Backen sind sie noch weich, werden aber beim Auskühlen fester. Nach ein paar Minuten kannst du sie vom Blech nehmen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.



Aufbewahrung und Haltbarkeit
In einer Keksdose, trocken und kühl gelagert, halten sich Brunsli rund 4 Wochen. Aber ganz ehrlich: Bei uns sind sie meist schon viel früher weg.



Wenige Zutaten, viel Schweiz: Die Magie der Brunsli
Brunsli gehören bei uns zur Weihnachtszeit wie der Schnee zum Dezember – wobei sie ehrlich gesagt auch im März oder Juni ganz hervorragend schmecken. Ursprünglich stammen sie aus dem Kanton Basel und haben sich seither still und schokoladig den Weg in Keksdosen im ganzen Land gebahnt.
Was Brunsli so besonders macht? Kein Butter-Firlefanz, kein Mehl in rauen Mengen – sondern ehrliche Zutaten: dunkle Schokolade, Mandeln, Eiweiss, Zucker und Zimt. Wenige Zutaten, grosser Geschmack. Und das Beste: sie sind innen weich, aussen mit leichtem Biss und schmecken nicht zu süss, sondern einfach intensiv nach echter Schoggi.
In der Schweiz gelten sie – zusammen mit Mailänderli und Zimtsternen – als die heilige Dreifaltigkeit des Guetzlibackens. Aber während die einen an Butter und Ausstecherreihen verzweifeln, sind Brunsli ganz unkompliziert. Kein Drama, kein Kühlstress – und dafür ein wunderbar schokoladiger Duft in der ganzen Wohnung.
Für uns sind sie mehr als ein Rezept: Sie schmecken nach Zuhause, nach Kindheit und nach einem Guetzli, das man gerne nochmal nimmt. Oder zwei.
💛 Du magst, was wir tun?
Unsere Inhalte sind unabhängig, mit Herzblut produziert – und kostenlos für alle. Wenn du uns unterstützen möchtest, freuen wir uns über einen freiwilligen Beitrag.
Jetzt unterstützenLUST AUF MEHR?
Wenn dir dieses Rezept gefällt, dann probier doch auch unsere anderen Klassiker:
25 Weihnachtsplätzchen? Ein Teig reicht!
Lebkuchen Plätzchen – einfach und schnell
Einfaches Weihnachtsstollen-Rezept (mit Quark, ohne Hefe)
