Frisch gekauft sieht ein Basilikumtopf aus dem Supermarkt herrlich aus: dicht, grün und voller aromatischer Blätter. Doch oft hält die Freude nicht lange. Obwohl wir regelmässig giessen, werden die Pflanzen nach kurzer Zeit schwach und gehen ein. Viele denken dann, sie hätten keinen grünen Daumen. Dabei liegt das Problem meist gar nicht bei der Pflege, sondern beim Topf selbst.
Mit einem einfachen Trick kannst du aus einem einzigen Basilikumtopf mehrere kräftige Pflanzen ziehen, die den ganzen Sommer über nachwachsen. So hast du immer frischen Basilikum für Pasta, Pizza, Tomaten-Mozzarella-Salat oder selbstgemachtes Pesto zur Hand.
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Warum Basilikum aus dem Supermarkt so schnell eingeht
Wenn du einen Basilikumtopf genauer anschaust, wirst du feststellen: Das ist gar keine einzelne Pflanze. In einem einzigen Topf wachsen oft mehr als 20 kleine Basilikumpflanzen dicht nebeneinander. Das sieht beim Verkauf schön üppig aus, wird den Pflanzen später aber zum Verhängnis. Der Topf ist viel zu klein, die Pflanzen konkurrieren um Platz, Wasser und Nährstoffe. Selbst regelmässiges Giessen löst dieses Problem nicht. Deshalb gilt: Wenn du lange Freude an deinem Basilikum haben möchtest, musst du ihn umtopfen.
Nimm den Basilikum vorsichtig aus dem Verkaufstopf und lockere den Wurzelballen etwas auf. Anschliessend kannst du die einzelnen Pflänzchen auseinanderziehen. Oft lösen sie sich erstaunlich leicht voneinander. Wir pflanzen die Basilikumpflanzen am liebsten einzeln oder mit viel Abstand zueinander ein. So hat jede Pflanze genügend Platz, um kräftige Wurzeln zu bilden und gesund weiterzuwachsen. Nicht jede Pflanze wird das Umtopfen überleben. Das ist völlig normal. Die kräftigeren Pflanzen profitieren dafür vom zusätzlichen Platz und entwickeln sich umso besser.
Für Basilikum eignen sich Garten-, Kräuter- oder Gemüseerde. Wir mischen gerne etwas Kaffeesatz unter die Erde. Er liefert zusätzliche Nährstoffe und kostet nichts.
Beim Einpflanzen gilt: lieber etwas weniger Pflanzen pro Topf als zu viele. In kleine Töpfe setzen wir meist nur eine Pflanze, in grössere vier bis fünf mit genügend Abstand.
Nach dem Umtopfen sollte der Basilikum zunächst einige Tage im Halbschatten stehen. Die Pflanzen müssen sich erst an die stärkere Sonneneinstrahlung gewöhnen. Danach liebt Basilikum einen sonnigen und möglichst windgeschützten Platz auf Balkon, Terrasse oder Fensterbrett.
An heissen Sommertagen braucht Basilikum regelmässig Wasser. Besonders gut funktioniert das Giessen von unten:
Stelle den Topf dazu für etwa 15 Minuten in einen Behälter mit Wasser. Die Erde saugt sich voll und die Pflanze nimmt genau so viel Wasser auf, wie sie benötigt. Anschliessend gut abtropfen lassen und überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer entfernen.
Staunässe mag Basilikum nämlich genauso wenig wie Trockenheit.
Hier machen viele – uns eingeschlossen – lange Zeit denselben Fehler: Sie zupfen einzelne Blätter ab. Viel besser ist es, ganze Triebspitzen mit einer Schere abzuschneiden. Und zwar immer direkt oberhalb eines Blattpaares. Mindestens ein Blattpaar sollte dabei stehen bleiben.
Warum? Weil der Basilikum genau an dieser Stelle neue Seitentriebe bildet. Aus einem Trieb werden zwei neue. Die Pflanze wächst dadurch buschiger und produziert immer mehr Blätter. Wer Basilikum so erntet, wird deutlich länger Freude daran haben.
Nach dem Umtopfen braucht Basilikum etwas Geduld. Die ersten 10 Tage passiert oft kaum etwas, weil die Pflanzen zunächst neue Wurzeln bilden.
Nach zwei bis drei Wochen zeigt sich meist ein deutliches Bild: Nicht alle Pflanzen haben überlebt, aber die kräftigen Exemplare treiben neu aus und bilden frische Blätter.
Ab jetzt kannst du den Basilikum den ganzen Sommer über ernten. Schneide dazu immer oberhalb eines Blattpaares – so wächst die Pflanze laufend nach.
Beim Teilen der Pflanzen bleiben oft Blätter und kleinere Triebe übrig. Viel zu schade zum Wegwerfen. Wir machen daraus am liebsten ein schnelles Basilikumpesto.
Unser einfaches Basilikumpesto
Für das Pesto benötigen wir:
50 g frischen Basilikum
ca. 100 ml Olivenöl
50 g Parmesan oder Pecorino (oder je 25 g mischen)
40 g Cashewkerne (oder Pinienkerne)
Salz
optional: 1 Knoblauchzehe
Die Basilikumblätter werden gewaschen, trocken getupft und zusammen mit den übrigen Zutaten püriert. Traditionell werden Pinienkerne verwendet, Cashews sind aber deutlich günstiger und geschmacklich eine hervorragende Alternative.
> Mit einer dünnen Schicht Olivenöl bedeckt hält sich das Pesto im Kühlschrank mehrere Wochen.
Ein Basilikumtopf aus dem Supermarkt steckt voller Potenzial. Was auf den ersten Blick wie eine einzelne Pflanze aussieht, entpuppt sich als kleiner Kräutergarten, der nur darauf wartet, etwas mehr Platz zu bekommen. Mit wenigen Handgriffen wird aus dem dicht gepackten Topf eine ganze Sammlung kräftiger Basilikumpflanzen, die dich den ganzen Sommer über mit frischen Blättern versorgen können.
Und ganz ehrlich: Es gibt kaum etwas Schöneres, als für Pasta, Pizza oder einen Tomaten-Mozzarella-Salat kurz auf den Balkon zu gehen und frischen Basilikum zu ernten. Also gib deinem nächsten Basilikumtopf eine Chance – du wirst überrascht sein, wie viel in ihm steckt.
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