Hokkaido, Butternut, Muskat- oder Spaghettikürbis: Im Herbst ist die Auswahl gross. Aber welcher Kürbis eignet sich für Suppe, welcher für Curry oder Ofengemüse? Welche Sorte muss geschält werden? Und schmecken die eigentlich alle gleich?
Die gute Nachricht: Mit Kürbis kannst du relativ wenig falsch machen. Gerade Hokkaido, Butternut und Muskat lassen sich für viele Gerichte verwenden. Trotzdem gibt es Unterschiede bei Geschmack, Konsistenz und Zubereitung – und manchmal ist eine Sorte einfach praktischer als die andere.
Übersicht: der schnelle Vergleich
HOKKAIDO
BUTTERNUT
MUSKATKÜRBIS
SPAGHETTIKÜRBIS
Hokkaido: unkompliziert für Ofen und Püree
Beim Hokkaido ist die Sache einfach: Die Schale lassen wir dran. Sie wird beim Garen weich und kann mitgegessen werden. Nur bei sehr kurzen Garzeiten kann sie noch etwas fest bleiben.
- Für Ofenkürbis schneiden wir den Hokkaido in Spalten, bestreichen ihn mit etwas Olivenöl und würzen ihn. Bei 180 °C Umluft oder 200 °C Ober-/Unterhitze braucht er je nach Dicke ungefähr 25 bis 30 Minuten. Als Richtwert passen etwa 2 cm breite Spalten.



- Ungwürzt gegart lässt er sich auch gut pürieren. Sein eher festes, leicht mehliges Fruchtfleisch mögen wir besonders für Püree, Gnocchi oder Kürbispasta.
> Wir greifen zudem gerne zum Hokkaido, wenn uns die kräftige orange Farbe wichtig ist – und natürlich dann, wenn wir uns das Schälen sparen möchten.



Noch mehr mit Hokkaido
Zum Hokkaido haben wir bereits einen eigenen ausführlichen Beitrag. Dort geht es unter anderem um Einkauf, Reife, Verarbeitung und Kürbissuppe: Einfache Tipps und Tricks für Hokkaido Kürbis
Auch unsere Kürbis-Feta-Pasta aus dem Airfryer machen wir mit Hokkaido. Kürbis, Feta, Tomaten, Zwiebel und Knoblauch werden gemeinsam gegart und danach zur Sauce püriert.
Butternut: unser Favorit für cremige Suppe – und roh
Für Kürbissuppe mögen wir Butternut sogar noch einen Tick lieber als Hokkaido. Sein Fruchtfleisch wird beim Garen weich und cremig und schmeckt mild, leicht süsslich und nussig.
Die Schale ist essbar, braucht aber länger, bis sie weich wird. Wie wir damit umgehen, hängt deshalb vom Gericht ab: Wenn wir den Butternut später pürieren, lassen wir die Schale dran. Wenn wir dagegen ganze Stücke brauchen – etwa für Curry oder Ofengemüse –, entfernen wir sie meistens.
Und Butternut muss nicht immer gegart werden: Wir essen ihn sehr gerne roh – z.B. als dünne Scheiben. Dafür schälen wir ihn und schneiden oder hobeln das Fruchtfleisch fein. So bleibt es knackig, mild und leicht süsslich. Butternut eignet sich auch allgemein für die rohe Zubereitung.
Noch mehr mit Butternut
Auch zum Butternut gibt es auf unserem Blog bereits einen ausführlichen Beitrag. Dort zeigen wir, wie wir ihn schneiden und verarbeiten – und machen daraus einen Fächerkürbis mit Feta, Honig und Thymian: Butternut Kürbis – Tipps für Kauf und Zubereitung + Fächerkürbis
Muskatkürbis: gross und aromatischer
Muskatkürbis begegnet uns im Supermarkt oft nicht als ganzer Kürbis, sondern als Schnitz. Das ist durchaus sinnvoll: Ein Muscade de Provence kann bis zu rund 30 Kilogramm schwer werden und wird deshalb häufig in Stücken verkauft.
- Der Kürbis ist flach-rund und stark gerippt. Seine Schale ist zunächst eher grün und wird mit zunehmender Reife ocker-gelblich. Das Fruchtfleisch ist kräftig orange, fruchtig-aromatisch und hat eine leichte Muskatnote.
- Die Schale ist grundsätzlich essbar, bleibt aber hart beim Kochen. Deshalb entfernen wir sie normalerweise.
- Muskat funktioniert für Suppe, Püree und Ofengerichte genauso wie zum Backen. Wegen seines etwas ausgeprägteren Aromas mögen wir ihn aber besonders in Gerichten, in denen der Kürbis geschmacklich nicht untergehen soll. Zum Beispiel in einem Curry.
Kürbis-Curry mit Muskatkürbis
Das Curry aus unserem Video ist bewusst unkompliziert und lässt sich mit Basmatireis oder Udonnudeln servieren.
Zutaten für etwa 2–3 Portionen
- 500 g Muskatkürbis
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 2 EL Currypulver
- ½ TL Chiliflocken
- 250 ml Gemüsebrühe
- 150 ml Kokosmilch
- 1–2 EL Olivenöl
- Basmatireis oder Udonnudeln
- nach Belieben frischer Koriander und etwas Limettensaft
Zubereitung
- Muskatkürbis schälen und in etwa 2-3 cm grosse Stücke schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein hacken.
- Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin anbraten.
- Currypulver und Chiliflocken dazugeben und kurz mitrösten.
- Kürbiswürfel dazugeben, kurz mitbraten und anschliessend mit Gemüsebrühe und Kokosmilch ablöschen.
- Bei mittlerer Hitze ungefähr 15 Minuten köcheln lassen. Entscheidend ist weniger die Uhr als der Kürbis: Er soll weich sein, aber noch etwas Struktur haben.
- Zum Schluss abschmecken und mit Basmatireis oder Udonnudeln servieren.
- Nach Belieben kommen noch frischer Koriander und etwas Limettensaft dazu.




Spaghettikürbis: Hier geht es um die Fasern
Der Spaghettikürbis ist für uns etwas anderes als die drei bisherigen Sorten.
- Geschmacklich ist er eher mild und erinnert etwas an Zucchini.
- Seine Besonderheit zeigt sich erst nach dem Garen: Das Fruchtfleisch lässt sich mit einer Gabel in lange Fasern ziehen – daher der Name.
- Die Schale wird bei dieser Zubereitung nicht mitgegessen. Sie bleibt hart beziehungsweise ledrig und eignet sich dafür gut als natürliche Schüssel.
So bereiten wir Spaghettikürbis zu
- Den Kürbis halbieren und die Kerne entfernen. Die Schnittflächen mit etwas Olivenöl bestreichen und leicht salzen.
- Die Kürbishälften mit der Schnittfläche nach unten auf ein Backblech legen und bei 180 °C Umluft oder 200 °C Ober-/Unterhitze etwa 30 Minuten garen. Bei grösseren Exemplaren kann es etwas länger dauern. Der Kürbis ist fertig, wenn sich das Fruchtfleisch mit einer Gabel leicht lösen lässt.
- Danach die Fasern mit einer Gabel auseinanderziehen.
> Wir haben sie einmal aus der Schale genommen und wie Spaghetti mit Basilikumpesto angerichtet:






Die zweite Variante bleibt direkt im Kürbis: Sauce dazugeben, mit etwas Käse bestreuen und nochmals ungefähr 10 Minuten gratinieren, bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.
Für Suppe oder klassisches Kürbispüree würden wir persönlich nicht extra zum Spaghettikürbis greifen. Wenn wir genau diese faserige Konsistenz möchten, schon.
Wie lange hält Kürbis?
- Ganze Winterkürbisse halten sich kühl und trocken je nach Sorte mehrere Wochen bis Monate.
- Angeschnittene Stücke gehören in den Kühlschrank und sollten innerhalb einiger Tage verbraucht werden.
- Wenn wir einen Kürbis nicht vollständig brauchen, frieren wir ihn portionsweise ein. Je nach Sorte schälen wir ihn, entfernen Kerne und Fasern, schneiden das Fruchtfleisch in Stücke und frieren es so ein. Beim Hokkaido kann die Schale natürlich dranbleiben. Die gefrorenen Stücke verwenden wir später direkt für Suppe, Curry oder andere gekochte Gerichte.
- Oder wir garen den Kürbis und frieren ihn als ungewürztes Püree portionsweise ein. So können wir später noch entscheiden, ob daraus Suppe, Gnocchi, Pasta, eine Beilage oder etwas Süsses wird.
Unser Fazit: Welcher Kürbis für was?
Bei Kürbis gibt es selten nur eine richtige Wahl. Viel wichtiger ist, ob du einen eher cremigen, trockeneren oder faserigen Kürbis möchtest, ob die Schale dranbleiben soll und wie stark der Eigengeschmack sein darf. Wenn du diese Unterschiede kennst, wird die Auswahl ziemlich einfach – und genau dafür ist dieser Guide gedacht.
Kürbis lässt sich übrigens auch sehr gut im Airfryer zubereiten. Dazu machen wir vielleicht noch einen eigenen Test.
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